Montag, 12. März 2012

De Ronde - DVD Review

Die Flandern Rundfahrt ist im niederländisch sprechenden Teil von Belgien ein echter Nationalfeiertag, mehr als eine Millionen Zuschauer stehen an jedem ersten Sonntag im April entlang der Strecke. So wird es auch dieses mal trotz neuer Strecke wieder sein. Aber es gibt auch immer einige Events um das eigentliche Rennen drumherum. Um die Austragung des Jahres 2010 zum Beispiel wurde eine TV Serie gedreht, die im belgischen TV als Vorbereitung auf die Austtragung des Jahres 2011 ausgestrahlt wurde. Die neunteilige Serie spielt komplett am Tag der Ronde van Vlaanderen und heißt "De Ronde". Sie erzählt die Geschichte von Personen, die genau so wie die Rennfahrer, an diesem einen Tag alles zu gewinnen bzw. zu verlieren haben. Später wurde die komplette Serie auch auf DVD veröffentlicht, diese bekam ich zu Weihnachten um habe sie jetzt auch endlich mal geschaut und versuche im folgenden das wichtigste mal zusammenzufassen.
Man muss dazu sagen das ein Großteil der Aufnahmen wirklich am Tag der Ronde aufgenommen wurden, so befanden sich die Schauspieler zeitweise zwischen den richtigen Zuschauern. Neben den natürlich erfundenen Handslungssträngen gibt es aber auch immer wieder Bilder vom Rennen zu sehen und jeder Teamwagen wurde mit einer kleinen Kamera versehen, sodass während der verschiedenen Episoden auch immer wieder in die taktischen Abläufe der verschiedenen Teams geschaut werden konnte. Hier gibt es eine kleine Zusammenstellung davon.
Der schauspielerische Teil erzählt die Geschichte von Personen die am Tag des Rennens wie bereits gesagt alles zu gewinnen oder verlieren haben. In jeder Geschichte spielt die Flandern Rundfahrt eine Rolle. Die verschiedenen Themen versuche ich nun mal mit Hilfe der niederländischen Wikipedia Seite ein wenig aufzufächern.

Der VIP Wagen von Dyramac
Marc Six wurde von seiner Firma Dyramac dazu berufen die VIP Gäste dieser Firma während der Ronde zu begleiten. Dieter De Leus, Gunther Vercammen und Jean-Jacques Deckx wurden eingeladen das Rennen aus einem VIP Auto zuverfolgen, auch der Geschäftsführer von Dyramac Boudewijn de Bock sollte im Auto mit fahren. Dieses wurde von niemand geringerem als Ludo Dierckxsens gefahren. Entgegen der Absprache brachte Jean-Jacques allerdings auch noch seine Frau mit zum Rennen, so war im Wagen zu wenig Platz und Marc musste jemanden den Zugang zum Wagen verwehren. Er entschloss sich für den extrem Radsportverrückten Dieter der dafür in dem Wagen von Dyramac in der Werbekarawane mitfahren sollte. Diese fährt allerdings 45 Minuten vor den Fahrern und sollte dem großen Radsportfan jede Chance nehmen das Rennen zuverfolgen. Entsprechend deprimiert war Dieter auch als er dies erfuhr. Lasse Verreck, der Fahrer des Wagens in der Werbekarawane, versuchte Dieter ein wenig aufzumutern was zunächst aber nicht funktionierte.
Auch im VIP Auto war die Atmosphäre nicht besser, Jean-Jacques klagt das er zu wenig vom Rennen sieht, Boudewijn beginnt sogar während des Rennens ein Nickerichen zu halten, zuvor hatte er bereits seine Tasche verloren als er an einer Stelle nach den Fahrern schaute. Er wusste aber noch wo er sie hingelegt hatte und rief Marc an. Er sollte die Tasche suchen und sie Boudewijn später im Ziel wiedergeben. Marc fand die Tasche auch.
Marc hat durch die Einteilung des VIP Wagens und durch seine anderen Aufgaben einen extrem stressigen Morgen hinter sich. Im Bordell "Havana" versuchte er dann erstmal ein bisschen runter zu kommen. Das schein auch zu funktionieren doch als er im Bett lag wurde er von Chrisi Marconi, alias Nicki, gefesselt. Jimmy, ein Kleinwüchsiger, kommt mit einer Schweinsmaske ins Zimmer und setzt sich mit seinem Hinterteil auf Marcs Gesicht. John Van Roey, der Inhaber des flaschen Bordells, nahm dies alles auf Videoband auf und zwang Marc, nachdem Jimmy mit ihm fertig war, dazu jeden Monat Geld an einen wohltätigen Zweck zu spenden. Sollte er dies nicht tun, würde das entstandene Videomaterial veröffentlicht.

Der Dyramac-Wagen in Werbekarawane
Eigentlich war geplant das Lasse Verreck alleine den Wagen von Dyramac in der Werbekarawane fährt, doch dann bekam er unerwartet die Gesellschaft von Dieter De Leus der auf Grund des überfüllten VIP Wagens in der Karawane mitfahren musste. Zunächst war Dieter sehr unglücklich mit der Situation, er hatte er sich als großer Radsportfan schon seit Wochen auf den Tag im VIP Wagen gefreut und nun musste er abseits vom Rennen in der Werbekarawane mitfahren. Später wurde die Stimmung dann langsam aber sicher lockerer den Dieter bemerkte das Lasse genauso wie er ein echter Radsportliebhaber ist.
Als die beiden am Havana Club vorbeifahren gibt Dieter, Lasse den Rat nie einen Fuß dort reinzusetzten. Es bleibt allerdings im dunkeln warum Dieter diesen Rat gibt. Schnell lenkt er vom Thema ab und kommt wieder auf das Rennen zu sprechen. Wenig später bekam Dieter dann Druck und musste dringend auf eine Toilette ein wichtiges Geschäft erledigen. Lasse hielt den Wagen an und Dieter konnte die Toilette in einem Haus am Straßenrand benutzen. Währenddessen wurde Lasse von der Polizei aufgefordert weiterzufahren, da Dieter aber noch nicht fertig war musste er seine Akkreditierung abgeben und somit wurde das Auto aus der Werbekarawane entfernt. Lasse ist zunächst ziemlich sauer auf Dieter doch schnell bekommen sich beide wieder ein und beschließen sie den Parcours zu schneiden um so das Fahrerfeld noch ein paar mal zu sehen. Als Dieter aber ein zweites mal auf die Toilette muss beschließen sie das Rennen aus einem Cafe im Fernseh zu verfolgen und danach in Richtung VIP Zelt im Ziel aufbrechen. Als sie gerade in Richtung Zelt aufbrechen wollen wird ihr geparktes Auto bei einem Verkehrsunfall beschädigt, dieser Unfall sollte in einem anderen Handlungsstrang eine Rolle spielen, sie beschlossen Marc Six anzurufen. Er holte die beiden ab und brachte sich noch rechtzeitig ins VIP Zelt. Am Ende des Tages verabschieden sich Lasse und Dieter als echte Freunde.

Regie in Meerbeke
Berten Nollet, Willy Van De Walle, Patrick Latré und Miel Abeloos sind erfahrene Kräfte was die TV Regie der Flandern Rundfahrt angeht, sie machen dies nun schon seit vielen Jahren. Miel der Chefredakteur hat sich dazu entschlossen die Vorschausendung von der relativ neuen Vera Hardeel leiten zulassen. Die Kollegen fragen sich ob sie zu diesem Schritt schon im Stande ist. Während der Vorschausendung passiert Vera dann tatsächlich ein Fehler und vorallen Dingen Patrick füllt sich seiner Annahme bestätigt. Miel allerdings vergibt Vera ihren Fehler. Während der Regie des Rennens bekommt Miel dann die Nachricht das sein Bruder Selbstmord begehen will und verlässt mittem im Rennen den Regieraum und gibt Vera die Anweisung die Regie fortzuführen. Sie will es nach ihrem Fehler vorher nicht machen, aber dann merkt sie schnell das sie keine andere Wahl hat.
Patrick macht das nur noch mehr sauer und er probiert es ihr so schwer wie möglich zu machen. Später kommt aber auch Patrick in Probleme als sein Computer immer wieder abstürzt und er nicht an den Wiederhohlungen arbeiten kann für die er verantwortlich ist. Vera ist die erste die ihm Mut zubricht und dann löst sich die angespannte Stimmung und am Ende des Rennens blicken alle auf eine gelungene Regie des Rennens zurück. Nach der erfolgreichen Ausstrahlung bekommt Vera plötzlich einen Anruf von ihrer Mutter, sie verlässt sofort das Studio und fährt in Richtung Krankenhaus...

Der Rasenmäher
Simonne Heano und Reddy Hardeel müssen am Tag der Flandern Rundfahrt auf ihren Enkel Leon Hardeel aufpassen da die Mutter in der TV-Regie des Rennens eingesetzt ist. Reddy arbeitet noch an seinem Gartenhaus, er muss ein neues Schloss einbauen da das alte vor ein paar Tagen aufgebrochen wurde und sein Rasenmäher gestohlen wurde. Sein Nachbar Peter Willemyns bemerkt dies und schüttet mit rasitischen Äußerungen noch etwas Öl ins Feuer. Laut ihm sei der Rasenmäher nun schon irgendwo in Osteuropa.
Als die Vorschausendung der Ronde anfängt sind Reddy und seine Frau ziemlich nervös da ihre Tochter Vera die Regie führen soll. Als sie den Fehler vor dem Fernseh bemerkten sind beiden ziemlich unglücklich. Stunden später ist im TV Bild des Rennens ein Mann zu sehen der während des Rennens seinen Rasen am mähen ist. Der Nachbar Peter sieht dieses Bild und als er es genauer betrachtet ruft er Reddy dazu. Er sieht das der Rasenmäher den der Mann im Fernseh benutzt hat vom selben Typ ist und auch das selbe Design hat wie seiner der ihm gestohlen wurden ist. Er beschleißt das Haus aufzusuchen und lernt Brahim Al-Amrani als neuen Eigentümer des Rasenmäheres kennen. Dieser sagt ihm er habe das Gerät von seinem Cousin Abdel für einen kleinen Preis gekauft. Als im Reddy den Sachverhalt erklärt kommt auch Brahim zu deiner Einsicht das Reddy der eigentliche Eigentümer des Rasenmähers ist. Als sich Brahims Schwiegervater ist das Gespräch einmischt bittet er Reddy so zu tun als ob alles in Ordung ist. Er spielt mit und sagt Brahim das er morgen bei ihm vorbei kommen soll um die Sache aus der Welt zu schaffen. Nachdem Reddy wieder nach Hause geht wird Brahim von Schuldgefühlen zerfressen er ruft wütend seinen Neffen an und beschließt dann den Rasenmäher sofort Reddy zurück zu bringen. Als Brahim bei ihm vor der Tür steht sieht dies Nachbar Peter und macht ein Beweisfoto von dem "Dieb".
Simonne ist derweil nicht überzeugt das dies der gestohlene Rasenmäher ist. Sie holt die Quittung und vergleicht die Seriennummern und stellt fest das sie recht hat. Sofort macht sich Reddy auf dem Weg und nun Brahim das Gerät wieder zurückzugeben. Währenddessen ist dessen Cousin auch dazugestossen und ist extrem wütend. Er beschließt den Vorfall sofort zu klären. Auf der Mitte des Wegens kommen sie die beiden Partien entgegen. Reddy sieht den argessiven Cosuin und flüchtet gerade noch rechtzeitig in sein Haus. Der Enkel Leon ist geschockt als er den Cousin an der Tür sieht und rennt durch den Garten zum Nachbar Peter. Dieser nimmt eine von seinen vielen Pistolen und rennt zur Eingangstür des Nachbars. Währenddessen zeigte Robbie der Sohn von Peter Leon die Waffen seinens Vaters. In Mitten der hitzigen Diskussion zwischen Peter, dem Cousin und Reddy fällt plötzlich ein Schuss im Haus von Peter.
Stunden später erreicht Vera dann das Krankenhaus und ihre Mutter Simonne sagt das es nicht gut steht um "ihn". Mit "ihm" ist Reddy gemeint der unter dem Stress der letzten Stunden zusammengebrochen ist. Ihr Sohn Leon hat Glück gehabt, da die Kugel aus der Pistole die versehntlich losgegangen ihn war nur knapp verfehlte. Reddy ist nachwie vor bewusst los, als ihm aber seine Tochter Vera sagt das sie die Regie des Rennens geführt hat gibt es das erste Lebenszeichen von Reddy.

Die Fahrerflucht
Tommy Lievens ist Polizist der die Aufgabe hat dem Deutschen Karlheinz Moltmann davon zu berichten das seine Tochter Jana bei einem Autounfall schwerverletzt wurde. Der Unfallfahrer haben daraufhin Fahrerflucht begangen. Jana liegt ihm Krankenhaus, ihre Schwester Ulrike hat die Ehre dem Sieger der Flandern Rundfahrt die Blumen zu überreichen. Der Vater spricht kein niederländisch und somit ist er auf seine Tochter Ulrike angewiesen. Sie hat es eilig in Richtung Ziel zu kommen aber als sie einen Anruf von ihrem Vater bekommt fährt sie noch schnell ins Krankenhaus. Da bekommt sie zu wissen das ihr vater erneut Alkohol abhängig geworden ist und die Schwester wieder Heroin konsumiert hat. Dies war erst der Auslöser warum die Familie vor Jahren nach Belgien ausgewandert ist um diese Probleme die sich in Deutschland angesammelt hatten ihr loszuwerden.
Den Wagen von dem Jana in der Nacht angefahren wurde, wurde von Filip Creffier gesteuert. Es fuhr allerdings nicht sein Auto sondern das von seinem Freund Johan Bekaert. Dieser schlief allerdings auf der Rückbank und merkte von allem was passiert war nichts. Bart Porteman war der dritte Mann im Auto, er bekam alles mit. Da sie alle drei mächtig betrunken waren, entschlossen sich Filip und Bart dazu Fahrerflucht zu begehen. Als beide bemerkten das Johan sich an nichts mehr errinnern kann, kommt Filip die Idee Johan wissen zu lassen das er das Fahrzeug gefahren hat. Als dieser später am Tag einen Schaden an seinem Auto entdeckt fragt er seine beiden Freunde ob sie irgendetwas wissen. Beide gaben ihm aber zu verstehen das sie auf der Rückbank geschlafen haben und erst vor dem Haus wieder wach geworden sind. Vorallem Bart entwickelte Schuldgefühle, tortzdem spielte er das Spiel von Filip mit.
Am Nachmittag geht Bart für sich und seine Freunde Pommes holen und hört im Radio das, dass Opfer der Fahrerflucht schwer verletzt ist. Auch Johan vernimmt zu selben Zeit die Nachricht aus dem Radio und das beschriebene Fluchtfahrzeug passt genau zu seinem Wagen. Ihm wird klar das er der Unfallfahrer war.
Auf dem Rückweg nach Hause wird Bart selbst in einen Unfall verwickelt und muss ins Krankenhaus gebracht werden. Als Johan und Filip bescheiden bekommen hasten sie zum Krankenhaus. Dort werden sie gebeten noch im Wartezimmer Platz zu nehmen. Ohne das sie es begreifen sitzen sie direkt neben Karlheinz dem Vater des Unfallopfers der Fahrerflucht, dieser biedet den beiden selbst noch einen Kaffee an. Als Karlheinz erklärt bekommt das seine Tochter durchkommt verstehen die beiden das er der vater von dem Mädchen ist das angefahren wurde. Auf dem Zimmer von Bart beschließt Johan den Deutschen aufzusuchen und ihm alles zu erklären. Er spricht ausgrechnet die Kommisar Tommy an der wieder im Krankenhaus ist das seine Freundin in den selben Unfall von Bart verwickelt worden ist. Der Kommisar ruft die drei Freunde zusammen und in der Verhöhrung auf dem Krankenzimmer von Bart bricht dieser sein Schweigen. In der nächsten Szene ist Filip im Auto des Kommisars zu sehen während Johan die Freundschaft zu Bart beendet.

Der Selbstmord
Lou Abeloos ist der schwerkranke Ehemann von Nora Cormijn. Außerdem ist er der Bruder von Rik, einem Priester, und Miel dem Chefredakteur des belgischen Sportfernsehs. Beide beschließen am Tag der Ronde ihrem Leben ein Ende zu setzten. Lou erstickt Nord, die sich zuvor mit Tabletten betäubt hatte, mit einem Kissen. Lou selber wollte sich daraufhin im Keller erhängen fiel allerdings die Treppe runter und blieb zunächst bewusstlos liegen. Sein Bruder Rik findet ihn und auch seine Abschiedsbriefund versuchte ihn von dem Gedanken freizusprechen. Aber Lou ist festentschlossen auch Miel will ihn noch zustimmen allerdings auch ohne Erfolg. Die beiden Brüder beschließen ihren Bruder in ein Auto zu setzten und lassen dieses mit Hilfe eines Rohrs mit Abgasen vollaufen. Der schwerkranke Lou stirbt.

Donnerstag, 8. März 2012

Was wäre passiert wenn... #1

Es ist mal wieder Zeit für eine neue Kategorie um wieder ein wenig Leben in den Blog zu bringen. Im Vergleich zu Kategorien wie "Rennen die den Jobb bewegten" geht es aber dieser mal eher in Richtung Fantasy. Heißt, ich nehme Radsportmomente unter die Lupe und spekuliere was passiert wäre, wenn diese nicht bzw. anderes gelaufen wären. Fangen wir doch einfach mal.

Was wäre passiert wenn Lars Boom beim Omloop het Nieuwsblad nicht gestürzt wäre

Der Taaienberg beim Omloop het Nieuwsblad ist traditionell der Berge wo Tom Boonen in den letzten Jahren jeweils mit einer ersten Tempoverschärfung das Finale des ersten Frühjahrsklassier eröffnet hat. So tat er dies auch bei der diesjährigen Austragung wieder, er erhöhte schon vor dem eigentlich Kopfsteinpflaster das Tempo um als erster in den nicht asphaltierten und steilen Berg zu fahren. Ein Fahrer wollte ihm diesmal aber ein Schnippchen schlagen, Lars Boom wollte Boonen noch kurz vor Beginn des richtigen Anstieges überholen. Er machte nur ein Fehler, er versuchte rechts vorbeizufahren, da wo eigentlich überhaupt kein Platz mehr war, es kam was kommen musste. Boom kam von der Straße ab und blieb am Straßenrand in einem Schlammloch stecken. Das konnte selbst der Cyclocrosser nicht mehr aussteuern und kam zu Fall und verlor alle Chancen. Während Boonen, Vanmarcke und Co vorne die erste Vorentscheidung suchten, zog am Niederländer das komplette Feld vorbei und der Omloop war hier für Boom eigentlich beendet, er fuhr zwar noch bis ins Ziel in Gent allerdings mit weitem Abstand. Machen wir uns nichts vor, hätte Boom weniger Riskio eingegangen und wäre hinter Boonen als zweiter in den Taaienberg gefahren, wäre er in der entscheidenen Gruppe dabei gewesen.
Was wäre dann passiert? Es wäre in jedem Fall das erste mal gewesen das Boom bei einem Kopfsteinpflasterrennen mit um den Sieg fährt. Er war zwar 2011 schonmal zehnter beim Omloop und 2010 fünfter beim E3 Prijs, allerdings hatte er dort nie wirklich Anschluss zu den letztendlichen Siegern, außerdem sind diese Ergebnisse von einem Fahrer der von sich selbst sagt das diese Art von Rennen seine Ziele sind ist das eindeutig zu wenig. Nachdem Taaienberg blieb die dort entstandene Spitzengruppe erstmal bis zum Kopfsteinpflasterabschnitt der "Lange Munte" zusammen, nur Thor Hushovd und Matti Breschel mussten einige Kilometer vorher schon reissen lassen. Breschel ein Teamkollege von Boom war also nicht so stark und hätte wenn Boom in der Gruppe mit dabei gewesen wäre Tempo für ihn machen können. Während sich der Niederlände ein wenig zurückgehalten hätte und dadurch auch ein paar Körner aufgespart hätte. Als dann auf der Lange Munte die Attacke von Vanmarcke kam hätte diese Boom locker beantwortet und es wär neben Tom Boonen, Sep Vanmarcke und Juan Antonio Flecha der vierte Fahrer in der nun mehr wirklich entscheidenen Spitzengruppe gewesen.
Von dort waren es noch gut 20 Kilometer ins Ziel und er wäre ein Rennverlauf geworden der Boom zugesagt hätte. Erst zwei Kilometer vor dem Ziel gingen die taktischen Spiele los. Im Sprint der Gruppe hätte der Rabobank Fahrer gegen Vanmarcke und Boonen wohl kaum eine Chance gehabt. Aber als guter Zeitfahren auf kurzen Strecken, immerhin Prologsieg bei Paris Nizza 2010, Katar Rundfahrt 2011 sowie beim Criterium du Dauphine 2011, hätte es Boom mit Sicherheit zwei Kilometer vor dem Ziel versucht und es wäre in jedem Fall schwerer gewesen den Niederländer einzuholen als Juan Antonio Flecha wie es dann ja wirklich war.
Egal ob Boom gewonnen hätte oder im schlechtesten Fall auch nur vierter geworden wäre, mit einem Schlag wäre er plötzlich zu den großen Favoriten für die Frühjahrsklassiker geworden. Nun hat er sich diesen Schritt durch den unnötigen Sturz erstmal selbstvermisst. Nun muss für Lars Boom die Devise sein bei den nächsten Rennen wie Dwaars door Vlaanderen oder dem E3 Prijs Harelbeke vorne reinzufahren. Ich bin mir jedenfalls sicher das er nicht mehr lange dauern wird, bis Boom seinen ersten großen Frühjahrsklassiker gewinnen wird...

Nachdem Rennen twitterte Lars Boom dann übringes folgendes:
Er sieht also ein das es sein eigener Fehler war und da ich Boom für einen schlauen Fahrer halte wird es selbes wohl nicht wieder tun.

Dienstag, 17. Januar 2012

Der Fahrer des Jahres 2011

Das Jahr 2012 ist jetzt schon wieder gut zwei Wochen alt und in Australien wird mit der Tour Down Under schon wieder das erste große Straßenradsport Highlight des neuen Jahres veranstaltet. Ich möchte nun aber normal auf das Jahr 2011 eingehen, denn ich habe in den letzten Tagen darüber nachgedacht wer den Fahrer des Jahres 2011 war. Die meisten werden hier wohl Philipp Gilbert sagen der eigentlich die gesamte Saison über von Sieg zu Sieg fuhr. Für andere war es Tony Martin der Fabian Cancellara vom Zeitfahrtron stossen konnte. Ich habe mich dann aber für einen Fahrer entschlossen der 2011 ohne einen großen Sieg abgeschlossen hat, sich aber durch sein unglaublich Kämpferherz einen Namen auch außerhalb der Radsportwelt geschaffen hat.
Es geschah auf der neuen Etappe der Tour de France in Richtung Saint-Flour. Ein Auto des franzöischen Fernsehens wollte die Spitzengruppe überholen in der sich unter anderem Thomas Voeckler befand. Dieser sollte später das gelbe Trikot übernehmen und dieses lange auf seinen Schultern tragen und am Ende in Paris den vierten Gesamtplatz belegen. Er lieferte eine sensationelle Leistung bei den Bergetappen ab und kämpfte sich Seite an Seite mit Fahrern wie Evans, Schleck und Contador zusammen bis zu den Gipfeln. Nur ein Fahrer zeigte meiner Meinung nach während der Tour eine noch größere Leistung als der Franzose. Das oben beschriebene Auto, holte bei dem Überholversuch Juan Antonio Flecha vom Rad und diesem konnte wiederum ein gewisser Johnny Hoogerland nicht mehr ausweichen und landete kopfüber in einem Stacheldrahtzaun am Rande der Strecke. Blutüberströmend kämpfte er sich mit großem Rückstand ins Ziel. Hier wollte er eigentlich um den Etappensieg mit seinen ehemaligen Begleitern sprinten, stattdessen rollte er als einer der letzten ins Ziel. Aber er wollte es unbedingt schaffen denn er hatte sich im Laufe der Etappe ins Bergtrikot gefahren und das wollte er sich umbedingt auf dem Podium überstreifen lassen. Als es dann endlich soweit war überkamen den Niederländer die Emotionen und er lies seinen Tränen freien Lauf. Direkt nach der Siegerehrung war das Krankenhaus die nächste Stadion für Hoogerland seine Wunden mussten mit insgesamt 33 Stichen genäht werden. Aber auch das hielt Hoogerland nicht vom weiterfahren ab und er stand bei der nächsten Etappe wieder mit am Start, er hatte ja immerhin das gepunktete Trikot auf seinen Schultern. Dieses sollte er in den Alpen dann abgeben müssen, aber den Respekt hatte er sich bei allen Fans ohnehin schon verdient. Eine der Szenen der letzten Tour war für mich als Hoogerland in Alpe d´Heuz durch die berühmte "Bocht 7", die Kurve der Holländer fuhr. Schon Minuten vor seiner Ankunft hallten laute "Johnny, Johnny" Rufe durch die Zuschauerränge. Und dann kam er.
Ebenfalls wurden auf YouTube zu dieser unzählige Tribute und auch selbstgeschriebene Lieder (Klick & Klick) über Hoogerland hochgeladen. Gers Pardoel, ein berühmter niederländlischer Rapper, schrieb sogar eine eigene Version von "Ik neem je mee" für Hoogerland.
Ein Land war also kollektiv im Hoogerland Fieber und einen Tag nach dem er in Paris die Tour beendete stand er in Boxmeer beim ersten Nach-Tour-Kriterium am Start und war selbst einen Tag später war er in Stiphout der gefragteste Fahrer obwohl mit den Schleck Brüdern zwei Fahrer am Start standen die die Tour auf Platz zwei und drei beendeten hatten und selbst Mark Cavendish, Gewinner des Grünen Trikots, wirkte nur wie ein Statist neben Hoogerland.
Man sieht also das man nicht im Sieger sein muss um ein Held zu sein. Manchmal reicht es einfach nur zu kämpfen und man erhält den nötigen Respekt dafür. Hoogerland hat das 2011 gezeigt und ist deswegen für mich der Fahrer des Jahres 2011.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Rennen die den Jobb bewegten #3

Ende Januar findet in Koksijde die Weltmeisterschaft im Cyclocross statt, viele zehntausend Zuschauer werden in dem sonst so ruhigen Küstenort erwartet. 2007 gastierte die Weltmeisterschaft zuletzt in Belgien, Hooglede Gits war damals der Austragungsort und es sollte eine der dramtischten Weltmeisterschaften der Radsport-Geschichte werden.

Erwin Vervecken holt sich seinen dritten Weltmeistertitel
Rennen: Cyclocross Weltmeisterschaft Hooglede-Gits (BEL) am 28.1.2007

Drei Männer sollten dieser Weltmeisterschaft ihren Stempel aufdrücken. Zum einen der spätere Sieger Erwin Vervecken, der US-Amerikaner Jonathan Page und der Belgier Bart Wellens (Bild).
Das die Stimmung unter den belgischen Hardcore Fans schon mehr als aufgeheißt war erkannte man als die beiden Niederländer Camiel van Bergh und Gerben de Knegt die das Feld durch die erste Runde führten und gnadenlos ausgebuht wurden. Das ersterer im Gegenzug dann seinen Mittelfinger mehrfach in Richtung Publikum zeigte heizte die Stimmung nur noch mehr an. Als dann aber relativ schnell die belgische Nationalmannschaft die Spitze übernahm, waren die Fans erstmal zufrieden gestellt. Eigentlich wie in jedem Jahr hatten die Belgier aus in Hooglede wieder ein Luxusproblem, eigentlich war schon vor dem Startschuss das klar das ein Belgier gewinnen würde die Frage sei nur wer. Top-Favorit war natürlich Sven Nys der den gesamten Saisonverlauf bis zur Weltmeisterschaft nach belieben dominiert hatte. Aber es sollte anders kommen. In der dritten Runde fuhren Nys und Bart Wellens gemeinsam an der Spitze, als plötzlich auf einem asphaltierten Abschnitt beide zu Sturz kamen nachdem ein Kameramotorrad einen Plastikabsperrhut direkt Wellens ins Rad wehte. Dieser verletzte sich bei diesem Unfall so schwer das später im Krankenhaus ein gebrochenes Handgelenk festgestellt wurde, zu Ende war die Weltmeisterschaft für ihn aber noch lange nicht. Er rappelte sich wieder auf und ging in die Verfolgung, er hatte durch den Sturz 50 Sekunden Rückstand. Nach dem Sturz hatte vorne Vervecken die Spitze übernommen und hatte eigentlich schon einen komfortablen Vorsprung als auch er ohne Fremdeinwirkung zu Sturz kam und alles wieder zusammenrollte. Es entwickelte sich ein wahrer Thriller.
Der Rennverlauf wurde weiter von Stürzen geprägt und wieder kamen sich die Belgier selbst in die Quere. Wieder wurde Sven Nys abgeräumt diesmal von Vervecken der in einer Kurve wegrutschte und Nys schlichtweg nicht mehr ausweichen konnte und drüber fiel. Für ihn war das Rennen damit auch gelaufen, es sollte am Ende nur der elfte Platz werden.
An der Rennspitze schlug derweil die Stunde der Outsider und das im Finale einer Weltmeisterschaft, es waren nicht mal mehr 1 1/2 Runden zu fahren als plötzlich Jonathan Page alleine an der Spitze des Rennens war und er packte seine Chance beim Schopfe er realisierte schnell das hier der Titel für ihn drin ist, es sollte zum Amerikaner nur noch einer aufschließen können... Erwin Vervecken der Mann für die großen Rennen oder besser gesagt der Mann für die Weltmeisterschaft. Im Gegensatz zu Sven Nys gewinnt Erwin Vervecken kaum ein Rennen im Laufe der Saison, sobald er aber bei einer WM am Start ist zeigte er sich immer in Top Form, so stand er in Hooglede-Gits auch als Titelverteidiger am Start. 2006 hatte er den Titel in Zeedam gewonnen, seinen zweiten Weltmeistertitel, und auch davor die Jahre stand Vervecken eigentlich regelmäßig auf dem WM.
Page und Vervecken sollten also um das begehrte Regenbogentrikot in der letzten Runde kämpfen und das taten die beiden auf höchstem Niveau und der Amerikaner machte es den Belgier schwer, sehr schwer. Erst als er sich kurz vor dem Ziel an einer kleinen Steigung festfuhr bleib für Page nur Silber. Vervecken holte sich seinen dritten WM Titel.
Der stärkste war er aber an diesem Tag nicht, dieser sollte vierter werden. Bart Wellens! Nach seinem Sturz hatte er sich bis auf 17 Sekunden wieder rangekämpft, eine mehr als unmenschliche Leistung bedenkt man das er nach dem Zieleinlauf seinen kompletten rechten Arm nicht mehr bewegen konnte. Ein sehr gutes Beispiel dafür welchen Stellenwert eine solche Weltmeisterschaft für die Fahrer hat und wenn das ganze noch in Belgien ausgetragen wird ist eigentlich sowie so immer Spektakel garantiert. Ob wir am letzten Januar Wochenende in Koksijde eine ähnliche Action sehen werden wie 2007 in Hooglede bleibt abzuwarten, abschließend kann man jedenfalls sagen das diese WM 2007 für immer einen besonderen Platz in der Radsport-Geschichte haben wird.

Montag, 18. Juli 2011

Rennen die den Jobb bewegten #2

Es ist schon ein wenig her das diese Rubrik hier ihren Anfang machte doch nun schiebe ich endlich mal wieder ein bisschen neues Material nach. Es geht um eine Etappe der Tour de France 2004, genau wie in diesem Jahr trug Thomas Voeckler das Gelbe Trikot auf seinen Schultern. Doch in der folgenden Geschichte spielt er nur eine untergeordnete Rolle.

Jens Voigt holt Jan Ullrich ein und wird von deutschen Fans beschimpft
Rennen: Tour de France – 15. & 16. Etappe (FRA) am 20.7. & 21.7.2004

Es war die 15. Etappe der Tour de France 2004 eine mittelschwere Alpenetappe die eigentlich für Ausreißer wie geschaffen war. In der üblichen Gruppe des Tages befand sich auch der deutsche Dauerausreißer Jens Voigt (Bild). Man ging davon aus das die Favoriten sich an diesem Tag ihre Kräfte ein wenig schonen würden für das Bergzeitfahren nach Alpe d´Heuz welches einen Tag drauf auf demJens Voigt Programm stand. Man rechnete höchstens mit kleineren Sekundenabständen am letzten Berg zum Ziel, der zwar kurz aber doch recht steil war. Aber es kam alles anderes.
60 Kilometer vor dem Ziel attackierte Jan Ullrich am Col de l`Echarsson und fuhr mehr als eine Minute Vorsprung raus obwohl die Teamkollegen von Lance Armstrong hinten komplett Verfolgungsarbeit leisteten. In der Armstrong Gruppe war auch noch Ivan Basso der in dem Jahr der härteste Gegner von Armstrong sein sollte. Er nahm Kontakt zu seinem sportlichen Leiter Bjarne Riis auf und dieser pfiff Jens Voigt aus der Spitzengruppe zurück. Er sollte seinen Kapitän wieder an den einzigen Deutschen Sieger der Frankreich Rundfahrt ranfahren. Tatsächlich war es Voigt der einen Großteil der Nachführarbeit machte und Ullrich 25 Kilometer vor dem Ziel wieder einholte.
Den Etappensieg holte sich am Ende Lance Armstrong der dadurch auch das Gelbe Trikot von Thomas Voeckler übernahm.
Zu dieser Zeit wurde der Radsport auch in Deutschland während der Tour de France noch großgeschrieben und erfreute sich auch zahlreicher Medienpopularität und so kam es auch das die zahlreichen deutschen Fans die am nächsten Tag am Anstieg nach Alpe d´Heuz auf die Fahrer warteten, Voigt die Aktion vom Vortag mehr als übel nahmen. Als der Berliner von der Startrampe rollte und das Bergzeitfahren in Angriff nahm ahnte er wohl noch nicht was ihn erwarten würde. Er wurde während der gesamten Fahrt von deutschen Fans auf übelste beschimpft und beleidigt. Tiernamen wurden ihm gegeben und man bezeichnete ihn als Judas. Immerhin hatte er vor 24 Stunden die größte Deutsche Tour Hoffnung um den Etappensieg sowie wichtigen Sekunden oder Minuten im Kampf um die Gesamtwertung gebracht. Das ganze war wohl eine der schwärzesten Stunden in der Karriere des Jens Voigts. Natürlich fehlten den Radsport Fans das nötige Hintergrundwissen. Voigt hat natürlich das völlig richtige gemacht, er stand im Dienste des CSC Teams und Ullrich war bei T-Mobile unter Vertrag. In der Bundesliga schenkt Schalke Dortmund ja auch nicht mal ebenso den Sieg.
Aber trotzdem interessant, den heute sieben Jahre später wäre eine solche Situation im deutschen Radsport unvorstellbar. Voigt ist mittlerweile das geworden was ein Ullrich noch 2004 war und das Interesse allgemein am Radsport hat durch die ganzen Dopingfälle und den negativen Journalismus heutzutage extrem nachgelassen. Es besuchen zwar immer noch viele Deutsche Fans die Tour de France aber sie verbinden es im Jahr 2011 wohl eher mit Urlaub, zur Ullrichs Zeiten ging es da nur um das Rennen. Eine Situation wie 2004 kann ich mir im Jahr 2011 jedenfalls von Deutschen Fans nicht mehr vorstellen. Dazu braucht man nun schon die Belgier, Spanier oder Italiener.