Im vierten Teil dieser Serie blickte ich bereits auf ein Rennen der Deutschen Meisterschaft zurück und auch Teil fünf dreht sich wieder um ein Meisterschaftsrennen, diesmal zieht es uns allerdings in die Niederlande. Am vergangenen Sonntag gewann Niki Terpstra dort seinen zweiten nationalen Titel, heute schauen wir zurück auf seinen ersten Titelgewinn im Jahr 2010.
An diesen 27. Juni des Jahres 2010 kann ich mich noch sehr gut erinneren. Es war der heißte Tag des Jahres bis zu 40°C in der Sonne. Der Veranstalter entschied sich am Vortag noch dazu das Rennen bereits um 9:00 starten zu lassen damit die Fahrer nicht allzu lang in der Mittagshitze an ihre Grenzen gehen mussten. Vielen wird dieser Tag auch sicherlich noch wegen dem Achtelfinale der Weltmeisterschaft in Südafrika in Erinnerung geblieben sein, am späten Nachmittag besiegte dort nämlich die Deutsche Nationalmannschaft England und zog ins Viertelfinale ein. Sein ganz persönliches Finale erlebte an diesem Tag Niki Terpstra. 2010 stand dieser noch beim Deutschen Milram Team unter Vertrag und ging in Beek als Einzelstarter ins Rennen. Rabobank schickte 19 Fahrer ins Rennen und es war nur eine Schönheitsfrage welcher Fahrer sich am Ende das Trikot überstreifen sollte. Nach 205 Kilometer stand dann aber Terpstra ganz oben auf dem Podium, neben ihm Pieter Weening der es nicht schaffte seine Tränen zu unterdrücken. Während Lars Boom auf der anderen Seite finster in die Menge blickte und den Anschein machte als ob er seine Bronze Medallie nach der Siegerehrung am lieben in zwei Teile gebrochen hätte. Was war passiert? Kurz vor dem Meisterschaftsrennen hatte Weening erfahren das er nicht im Rabobank Aufgebot für die Tour de France steht. Die Teamleitung hatte sich anstelle von ihm für Bram Tankink entschieden, der den Platz von Laurens ten Dam einnahm der auf Grund einer Verletzung seinen Tour Start absagen musste. Diese Entscheidung machte Weening innerlich wütentend und so ging er auch mit einer Menge "Wut im Bauch" ins Rennen. So kam es zu der Situation das Weening das Rennen auf jedenfall gewinnen wollte und so fand er sich in der letzten Runde zusammen mit Terpstra alleine an der Spitze des Rennens wieder. Doch als die beiden quasi schon den Zielstrich auf dem Adsteeg in Beek sahen, kamen von hinten nochmal Vorjahressieger Koos Moerenhout und Lars Boom an die beiden dran. Weening sah dies und realisierte das Boom kam um sich den Sieg zu holen. Was nun geschah ist reine Spekulation, was wirklich der Wahrheit entspricht ist bis heute nicht geklärt. Als Weening sich um blickte und sah wie Boom im Wiegetritt drauf und dran war die Lücke zu schließen eröffnete er selber vorne gegen Terpstra den Sprint. Damit nahm er Boom alle Siegeschancen, Weening schaute sich kurze Zeit später um und sah das er seinen Teamkollegen quasi eliminiert hatte und nahm wieder Tempo raus. Ein starker Terpstra übernahm die Spitze und ging wenige Sekunden später selber in den Sprint über. Weening konnte das Hinterrad nicht halten, oder wollte er es nicht? Es wurde gemunkelt das er auf Grund seiner Nicht-Nominierung für die Tour seinem Team auch das Meistertrikot schenken wollte, das von den Sponsoren aber immer als eines der großen Saisonziele ausgegeben wird. Auf dem Podium fassten jedenfalls alle drei Akteure das Rennen passend zusammen. Der lächende Terpstra, der weinende Weening und der wütende Boom.
Das hier links ist die aktuelle Siegesrangliste von Radprofis bei internationalen Rennen des UCI Kalenders. Platz zwei bis vier dürften jedem Radsportfan etwas sagen, aber wer zum Teufel ist dieser Reinardt Janse van Rensburg. Ein 23 jähriger Südafrikaner der diese Saison bisher ordentlich aufgemischt hat. Klar sind alle neun Saisonsiege von Tom Boonen höher einzustufen als die elf von van Rensburg, trotzdem hat es mich gewundert als ich ihn vergangenes Wochenende die Ronde van Overijssel gewinnen sehen habe. Eigentlich ist es nichts außergewöhnliches das einige No-Names ganz oben stehen mit der Anzahl der Siegen. Am Ende des letzten Jahres standen mit dem Iraner Mahdi Sohrabi und Daniel Teklehaimanot, einem Fahrer aus Eritera, gleich zwei Fahrer in den Top 10 dieser Rangliste. Die beiden waren ausschließlich in der sogenannten "UCI Africa Tour" und der "UCI Asia Tour" unterwegs und waren da zu meinst ohne Konkurrenz und so kam Sohrabi am Ende der Saison auf 13 Siege, Teklehaimanot brachte es immerhin auf acht internationale Siege. Nun blicken wir in die Gegenwart und sehen das van Rensburg (Blid rechts) bereits Mitte Mai elf Saisonsiege zu Buche stehen hat und diese hat er eben nicht nur in Afrika oder Asien eingefahren. Der Fahrer vom südafrikanischen KT Team "MTN-Qhubeka" fährt zur Zeit von Sieg zu Sieg in Europa. Seine Saison startete er dann aber erst mal mit den nationalen Meistertitel im Einzelzeitfahren. Beim Straßenrennen wurde er zweiter hinter Robert Hunter, der das südafrikanische Meistertikot aktuell beim Giro präsentiert. Es folgte die Marokko Rundfahrt die er nach belieben dominierte. Er gewann vier von insgesamt zehn Etappen und sicherte sich auf souverän den Gesamtsieg. Nach einer Rennpause von gut einem Monat zog es ihn dann Ende April nach Europa wo er bis jetzt vornehmlich Rennen im 1.2 und 2.2 Bereich gefahren ist. Das erste mal machte er mit Platz vier bei der Ronde van Noord Holland auf sich aufmerksam, diese Platzierung sollte aber von den nächsten Rennergebnissen überstrahlt werden. Der van Rensburg startete nun eine fast schon unheimliche Siegesserie. Er fuhr vom Rennen in Noord Holland bis heute noch drei Radrennen. Zwei Rundfahrten und ein Eintagesrennen und er gewann sie alle drei. Er startete mit einem Gesamtsieg der Tour of Bretagne, er legte hierzu den Grundstein mit einem Etappensieg auf der Mur de Bretagne noch bekannt von der letztjährigen Tour de France wo sich Cadel Evans ganz knapp gegen Alberto Contador durchsetzte und der Spanier zunächst fälschlicherweise zu früh über einen Etappensieg freute. Als nächstes Stand letztes Wochenende die Ronde van Overijssel an, mit einem Prologsieg und einem vierten Platz im abschließenden Straßenrennen sicherte er sich auch hier den Gesamtsieg. Bemerkenswert dabei, beim Straßenrennen wurde er in einen Massensturz verwickelt und schaffte er als einziger Fahrer zurück in die dadurch entstandene Spitzengruppe zu gelangen. Und einen Tag später gewann er dann auch noch das 1.2 Rennen Circuit de Wallonie in Belgien. Natürlich wurden durch diese Siegesserie jetzt schon die größeren Teams auf den 23 jährigen Aufmerksam, so kam es bei der Einschreibezeromonie der Ronde van Overijssel zu einer pikanten Situation als van Rensburg vor allen Journalisten, Fotografen und auch von seinen Teamkollegen von einem sportlichen Leiter von Rabobank angesprochen wurde. Dieser lies ihn wissen das man großes Interesse habe ihn unter Vertrag zu nehmen. Sicherlich wird er auch noch weitere Angebote von internationalen Teams haben beziehungsweise noch bekommen. Aber wäre ein schneller Wechsel zu einem größeren Teams zu voreilig? Schaut man sich die Resultate von Sohrabi (rechts im Bild) an, würde man van Rensburg einen Wechsel mit Sicherheit nicht empfehlen. Der Iraner war nach seiner letzten Topsaison in Asien und Afrika dieses Jahr von Lotto-Belisol unter Vertrag genommen wurden und sein erstes Fazit lautet das die großen Rennen doch ein ganz anderes Kaliper sind, als 2.2 Rennen. Selbst bei der Türkei-Rundfahrt, die Sohrabi eigentlich hätte liegen müssen, landete er am Ende weit abgeschlagen im letzten drittel. So nun unterscheiden Sohrabi und van Rensburg eben doch einige Dinge. Erstes das Alter, der Iraner ist nähmlich schon 30 Jahre alt und zweites hatte Sohrabi bevor er von Lotto unter Vertrag genommen wurde noch nie ein Rennen in Europa gefahren, mit Ausnahme von Weltmeisterschaften und da sehe ich einen ganz großen Vorteil bei van Rensburg. Es ist allerdings die Frage wie er sich entscheidet, der sportliche Leiter des MTN-Qhubeka Teams ist der deutsche Jens Zemke und seine Pläne sehen so aus, das er nächste Saison das Team in die zweite Liga des Radsports bringen möchte und das wäre vielleicht genau das richtige für den Südafrikaner. So kann er in gewohnter Teamumgebung sich vielleicht auch bei dem ein oder anderen größeren Rennen in Europa vorne zeigen und dann immer noch im Jahr 2014 in Richtung World Tour wechseln. Am Ende muss Reinardt Janse van Rensburg aber selbst entscheiden wie es mit seiner Laufbahn weiter geht. ich werde diese in jedem Falle weiter interessiert verfolgen. Kommende Woche steht er schon beim Fleche du Sud am Start, ob er dort weitere Saisonsiege folgen lässt?
Heute blicken ich mal zurück auf das Jahr 2005, genauer gesagt auf die Deutsche Meisterschaft dieses Jahres. Hier sollte eine Ära zu Ende gehen und eine neue beginnen.
Gerald Ciolek wird völlig überraschend Deutscher Meister Rennen: Deutsche Straßen Meisterschaft Mannheim (GER) am 26.6.2005
Eine Woche vor dem Start der Tour de France wird traditionell ein neuer Deutscher Meister gesucht, genau so traditionell wie der Termin war das der Sieger aus dem Team Telekom bzw. später T-Mobile Team kam. Seit dem die Deutschen Meisterschaften 1995 wieder eigenständig ausgerichtet wurden, zuvor gab es immer eine Drei-Nationen-Meisterschaften zusammen mit der Schweiz und Luxemburg später Lichtenstein, stelle das Team des Telefonkonzerns immer wieder den Sieger. 1995 war Udo Bölts der erste Meister es folgten Namen wie Jan Ullrich, Erik Zabel, Danilo Hondo und Andreas Klöden. Letzter holte 2004 den 10. Titel in Folge für das Team. Vor allen Dingen in den ersten Jahren war eigentlich keine Konkurrenz zu erkennen. Erst ab 2003 bzw. 2004 wurde die Konkurrenz vor allen Dingen durch das Gerolsteiner Team dichter. Der Kurs in Mannheim war komplett flach, nicht einen einzigenHöhenmeter gab es zu überwinden. Es lief also alles auf einen Massenspurt hinaus, bei dem es nur zwei potentielle Siegesanwärter gab. Erik Zabel, der kurz zuvor erfahren hatte das er in diesem Jahr zum ersten mal nicht im Aufgebot des Tour de France seinens Team T-Mobile Teams stehen würde, und Robert Förster vom Gerolsteiner Team. Dieser hatte genau so wie Zabel zuvor den Giro d´Italia bestritten und mit einigen Podiumsplatzierungen im Massensprint auf sich aufmerksam gemacht. Nach rund 200 Kilometern sollte es wirklich zum Massenspurt kommen, aber weder Zabel noch Förster sollten als erstes die Ziellinie überqueren. Es war ein Mann im Gelben Trikot des drittklassigen Akud Arnolds Sicherheit Teams von dem selbst Radsportfachmänner bis zu diesem Tag wenig bis gar nichts gehört hatten. Der damals 18 Jahre alte Gerald Ciolek aus Pulheim bei Köln hatte gerade die beiden Asse im Sprint düpiert mit einem wahren Punsch überspurtete er Zabel & Förster und hatte am Ende einen mehr als souveränen Vorsprung. Dabei war es selber nur einem Zufall zu verdanken das Ciolek überhaupt in Mannheim am Start stand, laut damaliger Aussage wollte er in diesem Jahr noch gar nicht bei der DM an den Start gehen da er in seinem Leben noch nie 200 Kilometer am Stück Rad gefahren sei, sein damaliges Team motivierte ihn dann aber glücklicher Weise doch zu einem Start. Ciolek war Anfang des Jahres gerade aus der U19 in die Elite aufgestiegen und fuhr Anfang März in Straelen einen Sieg in einem C-Klasse Rennen ein. Eine Woche später siegte er dann beim B/C Rennen von Köln Schuld Frechen und war somit relativ schnell in die A-Klasse aufgestiegen. Durch weitere gute Ergebnisse unter anderem einem achten Platz beim U23 Weltcuprennen in Waregem bekam er dann mitten in der Saison einen KT Vertrag bei Akud Arnolds, zuvor fuhr er für das Farmteam Winfix Arnolds. In Mannheim beendete er dann die Siegesserie des T-Mobile Teams und musste das Deutsche Meistertrikot in den nächsten Wochen bei kleinen Rundstreckenrennen wie Stadtlohn oder Rheinbach präsentieren. Durch Ciolek´s Sieg wurde das Ende der T-Mobile Ära in Deutschland eingeleitet. Auch im nächsten Jahr ging der Titel mit Dirk Müller an einen absoluten Außenseiter, der als Amateur sich den Titel sicherte. Für Ciolek begann aber nach seinem Sieg der große Aufstieg zum Vollzeitprofi welcher jedem bekannt sein sollte.
Die 2012er Ausgabe von Mailand - San Remo stand vergangenen Samstag im Rennkalender. Das erste Monument der neuen Saison. Am Ende siegte der Australier Simon Gerrans der auf den letzten Kilometern allein von der Tempoarbeit Fabian Cancellara profitierte. Viele meinten daraufhin bei Twitter, Facebook und Co. das Gerrans dem Schweizer seinen zweiten Sieg in San Remo klaute. Ich bin da etwas anderer Meinung. Klar war Cancellara der stärkste Fahrer im Feld aber sicher auch der jenige der am wenigsten überlegt hat und sein Gehirn wohl auf den letzten sechs Kilometern vollständig ausgeschaltet hat. 7,5 Kilometer vor dem Ziel, kurz vor Ende des Poggio´s, suchte Vincenzo Nibali mit einer Attacke die Vorentscheidung. Zunächst hatte der Italiner nur den späteren Sieger Gerrans am Hinterrad. Cancellara sah die beiden wegfahren und fuhr mühelos die kleine Lücke zu den beiden zu und somit fanden sich drei mit einem kleinen Vorsprung an der Spitze wieder. Was macht der Schweizer? Er übernimmt sofort die Führungsposition. Er ist zwar einer stärksten Fahrer im Feld aber um bergauf einen Nibali oder Gerrans abzuhängen muss selbst Cancellara ein wenig früher aufstehen. Beim Beginn der Abfahrt runter nach San-Remo betrug der Vorsprung nur ein paar Sekunden. Dann folgte der einzige Punkt den ich aus Sicht von Cancellara nachvollziehen kann. Er fuhr als guter Abfahrer die nächsten Kilometer weiter von vorne und baute somit den Vorsprung aus. Dann aber waren sie unten und bis zum Ziel waren es noch drei Kilometer! Was macht Cancellara? Der fährt doch tatsächlich weiter vorne und erst zwei Kilometer vor dem Ziel deutet er an, dass die anderen beiden mit durch die Führung gehen sollen. Tatsächlich übernahm Gerrans dann mal für 200 Meter die Führungsarbeit. Das Tempo was der Australier vorlegte war dem Schweizer dann allerdings zu langsam und er ging sofort wieder mit Volldampf in die Führung. Unter der 1000 Meter Marke versuchte Cancellara dann die taktischen Spielchen zu eröffnen in dem er einen Pedaltritt auslies und mal kurz Schlangenlinien fuhr. Er merkte dann aber wohl das die Verfolger drauf und dran waren die Lücke wieder zu schließen und sofort fuhr er wieder Tempo. Gerrans klebte die ganze Zeit an seinem Hinterrad und brauchte 100 Meter vor dem Ziel eigentlich nur noch aus dem Sattel zu gehen und das Rennen gewinnen. Ich frage mich wirklich ob Cancellara dachte mit dieser wirklich dümmsten Taktik die ich je gesehen habe, das Rennen abzuschiessen. Ganz klar Fabian Cancellara hat diesen Sieg ein deutig verschenkt. Ich bin mir sicher hätte er die gleiche Taktik wie 2008 eingeschlagen, damals gewann er mit einer Attacke auf dem letzten flachen Abschnitt in San Remo, wäre er auch am Samstag siegreich gewesen. Gerrans und Nibali wären vorne auf sich alleine gestellt gewesen und hätten nie im Leben bis zum Ziel den Vorsprung vor dem Verfolgerfeld verteidigen können. Wäre dann der Zusammenschluss gekommen, hätte Cancellara nur dann seinen virtuellen Motor anwerfen müssen und der zweite San Remo Sieg wäre im sicher gewesen. An alle die über Gerrans gemeckert haben, was soll er machen? Soll er Cancellara den Sieg überlassen? Gerrans hat einfach alles richtig gemacht und welcher Fahrer würde den Sieg bei einem Radsport Monument nicht mitnehmen wenn man diesen schon auf den Silbertablett serviert bekommt. Interessant auch die anschließenden Twitter-Meldungen der beiden Hauptdarsteller. Beide haben keine Worte zu diesem Rennen. Ich hab auch keine Worte mehr für Cancellara, weil das war wirklich richtig dämlich.
For the race yesterday there is not more to say about.Thanks for all the fingercrossing and supporting from all kind of places the world
— Fabian cancellara (@f_cancellara) März 18, 2012
Speechless... Or should I say tweetless. I can't believe I won Milan-San Remo!
— Simon Gerrans (@simongerrans) März 17, 2012
Die Flandern Rundfahrt ist im niederländisch sprechenden Teil von Belgien ein echter Nationalfeiertag, mehr als eine Millionen Zuschauer stehen an jedem ersten Sonntag im April entlang der Strecke. So wird es auch dieses mal trotz neuer Strecke wieder sein. Aber es gibt auch immer einige Events um das eigentliche Rennen drumherum. Um die Austragung des Jahres 2010 zum Beispiel wurde eine TV Serie gedreht, die im belgischen TV als Vorbereitung auf die Austtragung des Jahres 2011 ausgestrahlt wurde. Die neunteilige Serie spielt komplett am Tag der Ronde van Vlaanderen und heißt "De Ronde". Sie erzählt die Geschichte von Personen, die genau so wie die Rennfahrer, an diesem einen Tag alles zu gewinnen bzw. zu verlieren haben. Später wurde die komplette Serie auch auf DVD veröffentlicht, diese bekam ich zu Weihnachten um habe sie jetzt auch endlich mal geschaut und versuche im folgenden das wichtigste mal zusammenzufassen. Man muss dazu sagen das ein Großteil der Aufnahmen wirklich am Tag der Ronde aufgenommen wurden, so befanden sich die Schauspieler zeitweise zwischen den richtigen Zuschauern. Neben den natürlich erfundenen Handslungssträngen gibt es aber auch immer wieder Bilder vom Rennen zu sehen und jeder Teamwagen wurde mit einer kleinen Kamera versehen, sodass während der verschiedenen Episoden auch immer wieder in die taktischen Abläufe der verschiedenen Teams geschaut werden konnte. Hier gibt es eine kleine Zusammenstellung davon. Der schauspielerische Teil erzählt die Geschichte von Personen die am Tag des Rennens wie bereits gesagt alles zu gewinnen oder verlieren haben. In jeder Geschichte spielt die Flandern Rundfahrt eine Rolle. Die verschiedenen Themen versuche ich nun mal mit Hilfe der niederländischen Wikipedia Seite ein wenig aufzufächern.
Der VIP Wagen von Dyramac Marc Six wurde von seiner Firma Dyramac dazu berufen die VIP Gäste dieser Firma während der Ronde zu begleiten. Dieter De Leus, Gunther Vercammen und Jean-Jacques Deckx wurden eingeladen das Rennen aus einem VIP Auto zuverfolgen, auch der Geschäftsführer von Dyramac Boudewijn de Bock sollte im Auto mit fahren. Dieses wurde von niemand geringerem als Ludo Dierckxsens gefahren. Entgegen der Absprache brachte Jean-Jacques allerdings auch noch seine Frau mit zum Rennen, so war im Wagen zu wenig Platz und Marc musste jemanden den Zugang zum Wagen verwehren. Er entschloss sich für den extrem Radsportverrückten Dieter der dafür in dem Wagen von Dyramac in der Werbekarawane mitfahren sollte. Diese fährt allerdings 45 Minuten vor den Fahrern und sollte dem großen Radsportfan jede Chance nehmen das Rennen zuverfolgen. Entsprechend deprimiert war Dieter auch als er dies erfuhr. Lasse Verreck, der Fahrer des Wagens in der Werbekarawane, versuchte Dieter ein wenig aufzumutern was zunächst aber nicht funktionierte. Auch im VIP Auto war die Atmosphäre nicht besser, Jean-Jacques klagt das er zu wenig vom Rennen sieht, Boudewijn beginnt sogar während des Rennens ein Nickerichen zu halten, zuvor hatte er bereits seine Tasche verloren als er an einer Stelle nach den Fahrern schaute. Er wusste aber noch wo er sie hingelegt hatte und rief Marc an. Er sollte die Tasche suchen und sie Boudewijn später im Ziel wiedergeben. Marc fand die Tasche auch. Marc hat durch die Einteilung des VIP Wagens und durch seine anderen Aufgaben einen extrem stressigen Morgen hinter sich. Im Bordell "Havana" versuchte er dann erstmal ein bisschen runter zu kommen. Das schein auch zu funktionieren doch als er im Bett lag wurde er von Chrisi Marconi, alias Nicki, gefesselt. Jimmy, ein Kleinwüchsiger, kommt mit einer Schweinsmaske ins Zimmer und setzt sich mit seinem Hinterteil auf Marcs Gesicht. John Van Roey, der Inhaber des flaschen Bordells, nahm dies alles auf Videoband auf und zwang Marc, nachdem Jimmy mit ihm fertig war, dazu jeden Monat Geld an einen wohltätigen Zweck zu spenden. Sollte er dies nicht tun, würde das entstandene Videomaterial veröffentlicht.
Der Dyramac-Wagen in Werbekarawane Eigentlich war geplant das Lasse Verreck alleine den Wagen von Dyramac in der Werbekarawane fährt, doch dann bekam er unerwartet die Gesellschaft von Dieter De Leus der auf Grund des überfüllten VIP Wagens in der Karawane mitfahren musste. Zunächst war Dieter sehr unglücklich mit der Situation, er hatte er sich als großer Radsportfan schon seit Wochen auf den Tag im VIP Wagen gefreut und nun musste er abseits vom Rennen in der Werbekarawane mitfahren. Später wurde die Stimmung dann langsam aber sicher lockerer den Dieter bemerkte das Lasse genauso wie er ein echter Radsportliebhaber ist. Als die beiden am Havana Club vorbeifahren gibt Dieter, Lasse den Rat nie einen Fuß dort reinzusetzten. Es bleibt allerdings im dunkeln warum Dieter diesen Rat gibt. Schnell lenkt er vom Thema ab und kommt wieder auf das Rennen zu sprechen. Wenig später bekam Dieter dann Druck und musste dringend auf eine Toilette ein wichtiges Geschäft erledigen. Lasse hielt den Wagen an und Dieter konnte die Toilette in einem Haus am Straßenrand benutzen. Währenddessen wurde Lasse von der Polizei aufgefordert weiterzufahren, da Dieter aber noch nicht fertig war musste er seine Akkreditierung abgeben und somit wurde das Auto aus der Werbekarawane entfernt. Lasse ist zunächst ziemlich sauer auf Dieter doch schnell bekommen sich beide wieder ein und beschließen sie den Parcours zu schneiden um so das Fahrerfeld noch ein paar mal zu sehen. Als Dieter aber ein zweites mal auf die Toilette muss beschließen sie das Rennen aus einem Cafe im Fernseh zu verfolgen und danach in Richtung VIP Zelt im Ziel aufbrechen. Als sie gerade in Richtung Zelt aufbrechen wollen wird ihr geparktes Auto bei einem Verkehrsunfall beschädigt, dieser Unfall sollte in einem anderen Handlungsstrang eine Rolle spielen, sie beschlossen Marc Six anzurufen. Er holte die beiden ab und brachte sich noch rechtzeitig ins VIP Zelt. Am Ende des Tages verabschieden sich Lasse und Dieter als echte Freunde.
Regie in Meerbeke Berten Nollet, Willy Van De Walle, Patrick Latré und Miel Abeloos sind erfahrene Kräfte was die TV Regie der Flandern Rundfahrt angeht, sie machen dies nun schon seit vielen Jahren. Miel der Chefredakteur hat sich dazu entschlossen die Vorschausendung von der relativ neuen Vera Hardeel leiten zulassen. Die Kollegen fragen sich ob sie zu diesem Schritt schon im Stande ist. Während der Vorschausendung passiert Vera dann tatsächlich ein Fehler und vorallen Dingen Patrick füllt sich seiner Annahme bestätigt. Miel allerdings vergibt Vera ihren Fehler. Während der Regie des Rennens bekommt Miel dann die Nachricht das sein Bruder Selbstmord begehen will und verlässt mittem im Rennen den Regieraum und gibt Vera die Anweisung die Regie fortzuführen. Sie will es nach ihrem Fehler vorher nicht machen, aber dann merkt sie schnell das sie keine andere Wahl hat. Patrick macht das nur noch mehr sauer und er probiert es ihr so schwer wie möglich zu machen. Später kommt aber auch Patrick in Probleme als sein Computer immer wieder abstürzt und er nicht an den Wiederhohlungen arbeiten kann für die er verantwortlich ist. Vera ist die erste die ihm Mut zubricht und dann löst sich die angespannte Stimmung und am Ende des Rennens blicken alle auf eine gelungene Regie des Rennens zurück. Nach der erfolgreichen Ausstrahlung bekommt Vera plötzlich einen Anruf von ihrer Mutter, sie verlässt sofort das Studio und fährt in Richtung Krankenhaus...
Der Rasenmäher Simonne Heano und Reddy Hardeel müssen am Tag der Flandern Rundfahrt auf ihren Enkel Leon Hardeel aufpassen da die Mutter in der TV-Regie des Rennens eingesetzt ist. Reddy arbeitet noch an seinem Gartenhaus, er muss ein neues Schloss einbauen da das alte vor ein paar Tagen aufgebrochen wurde und sein Rasenmäher gestohlen wurde. Sein Nachbar Peter Willemyns bemerkt dies und schüttet mit rasitischen Äußerungen noch etwas Öl ins Feuer. Laut ihm sei der Rasenmäher nun schon irgendwo in Osteuropa. Als die Vorschausendung der Ronde anfängt sind Reddy und seine Frau ziemlich nervös da ihre Tochter Vera die Regie führen soll. Als sie den Fehler vor dem Fernseh bemerkten sind beiden ziemlich unglücklich. Stunden später ist im TV Bild des Rennens ein Mann zu sehen der während des Rennens seinen Rasen am mähen ist. Der Nachbar Peter sieht dieses Bild und als er es genauer betrachtet ruft er Reddy dazu. Er sieht das der Rasenmäher den der Mann im Fernseh benutzt hat vom selben Typ ist und auch das selbe Design hat wie seiner der ihm gestohlen wurden ist. Er beschleißt das Haus aufzusuchen und lernt Brahim Al-Amrani als neuen Eigentümer des Rasenmäheres kennen. Dieser sagt ihm er habe das Gerät von seinem Cousin Abdel für einen kleinen Preis gekauft. Als im Reddy den Sachverhalt erklärt kommt auch Brahim zu deiner Einsicht das Reddy der eigentliche Eigentümer des Rasenmähers ist. Als sich Brahims Schwiegervater ist das Gespräch einmischt bittet er Reddy so zu tun als ob alles in Ordung ist. Er spielt mit und sagt Brahim das er morgen bei ihm vorbei kommen soll um die Sache aus der Welt zu schaffen. Nachdem Reddy wieder nach Hause geht wird Brahim von Schuldgefühlen zerfressen er ruft wütend seinen Neffen an und beschließt dann den Rasenmäher sofort Reddy zurück zu bringen. Als Brahim bei ihm vor der Tür steht sieht dies Nachbar Peter und macht ein Beweisfoto von dem "Dieb". Simonne ist derweil nicht überzeugt das dies der gestohlene Rasenmäher ist. Sie holt die Quittung und vergleicht die Seriennummern und stellt fest das sie recht hat. Sofort macht sich Reddy auf dem Weg und nun Brahim das Gerät wieder zurückzugeben. Währenddessen ist dessen Cousin auch dazugestossen und ist extrem wütend. Er beschließt den Vorfall sofort zu klären. Auf der Mitte des Wegens kommen sie die beiden Partien entgegen. Reddy sieht den argessiven Cosuin und flüchtet gerade noch rechtzeitig in sein Haus. Der Enkel Leon ist geschockt als er den Cousin an der Tür sieht und rennt durch den Garten zum Nachbar Peter. Dieser nimmt eine von seinen vielen Pistolen und rennt zur Eingangstür des Nachbars. Währenddessen zeigte Robbie der Sohn von Peter Leon die Waffen seinens Vaters. In Mitten der hitzigen Diskussion zwischen Peter, dem Cousin und Reddy fällt plötzlich ein Schuss im Haus von Peter. Stunden später erreicht Vera dann das Krankenhaus und ihre Mutter Simonne sagt das es nicht gut steht um "ihn". Mit "ihm" ist Reddy gemeint der unter dem Stress der letzten Stunden zusammengebrochen ist. Ihr Sohn Leon hat Glück gehabt, da die Kugel aus der Pistole die versehntlich losgegangen ihn war nur knapp verfehlte. Reddy ist nachwie vor bewusst los, als ihm aber seine Tochter Vera sagt das sie die Regie des Rennens geführt hat gibt es das erste Lebenszeichen von Reddy.
Die Fahrerflucht Tommy Lievens ist Polizist der die Aufgabe hat dem Deutschen Karlheinz Moltmann davon zu berichten das seine Tochter Jana bei einem Autounfall schwerverletzt wurde. Der Unfallfahrer haben daraufhin Fahrerflucht begangen. Jana liegt ihm Krankenhaus, ihre Schwester Ulrike hat die Ehre dem Sieger der Flandern Rundfahrt die Blumen zu überreichen. Der Vater spricht kein niederländisch und somit ist er auf seine Tochter Ulrike angewiesen. Sie hat es eilig in Richtung Ziel zu kommen aber als sie einen Anruf von ihrem Vater bekommt fährt sie noch schnell ins Krankenhaus. Da bekommt sie zu wissen das ihr vater erneut Alkohol abhängig geworden ist und die Schwester wieder Heroin konsumiert hat. Dies war erst der Auslöser warum die Familie vor Jahren nach Belgien ausgewandert ist um diese Probleme die sich in Deutschland angesammelt hatten ihr loszuwerden. Den Wagen von dem Jana in der Nacht angefahren wurde, wurde von Filip Creffier gesteuert. Es fuhr allerdings nicht sein Auto sondern das von seinem Freund Johan Bekaert. Dieser schlief allerdings auf der Rückbank und merkte von allem was passiert war nichts. Bart Porteman war der dritte Mann im Auto, er bekam alles mit. Da sie alle drei mächtig betrunken waren, entschlossen sich Filip und Bart dazu Fahrerflucht zu begehen. Als beide bemerkten das Johan sich an nichts mehr errinnern kann, kommt Filip die Idee Johan wissen zu lassen das er das Fahrzeug gefahren hat. Als dieser später am Tag einen Schaden an seinem Auto entdeckt fragt er seine beiden Freunde ob sie irgendetwas wissen. Beide gaben ihm aber zu verstehen das sie auf der Rückbank geschlafen haben und erst vor dem Haus wieder wach geworden sind. Vorallem Bart entwickelte Schuldgefühle, tortzdem spielte er das Spiel von Filip mit. Am Nachmittag geht Bart für sich und seine Freunde Pommes holen und hört im Radio das, dass Opfer der Fahrerflucht schwer verletzt ist. Auch Johan vernimmt zu selben Zeit die Nachricht aus dem Radio und das beschriebene Fluchtfahrzeug passt genau zu seinem Wagen. Ihm wird klar das er der Unfallfahrer war. Auf dem Rückweg nach Hause wird Bart selbst in einen Unfall verwickelt und muss ins Krankenhaus gebracht werden. Als Johan und Filip bescheiden bekommen hasten sie zum Krankenhaus. Dort werden sie gebeten noch im Wartezimmer Platz zu nehmen. Ohne das sie es begreifen sitzen sie direkt neben Karlheinz dem Vater des Unfallopfers der Fahrerflucht, dieser biedet den beiden selbst noch einen Kaffee an. Als Karlheinz erklärt bekommt das seine Tochter durchkommt verstehen die beiden das er der vater von dem Mädchen ist das angefahren wurde. Auf dem Zimmer von Bart beschließt Johan den Deutschen aufzusuchen und ihm alles zu erklären. Er spricht ausgrechnet die Kommisar Tommy an der wieder im Krankenhaus ist das seine Freundin in den selben Unfall von Bart verwickelt worden ist. Der Kommisar ruft die drei Freunde zusammen und in der Verhöhrung auf dem Krankenzimmer von Bart bricht dieser sein Schweigen. In der nächsten Szene ist Filip im Auto des Kommisars zu sehen während Johan die Freundschaft zu Bart beendet.
Der Selbstmord Lou Abeloos ist der schwerkranke Ehemann von Nora Cormijn. Außerdem ist er der Bruder von Rik, einem Priester, und Miel dem Chefredakteur des belgischen Sportfernsehs. Beide beschließen am Tag der Ronde ihrem Leben ein Ende zu setzten. Lou erstickt Nord, die sich zuvor mit Tabletten betäubt hatte, mit einem Kissen. Lou selber wollte sich daraufhin im Keller erhängen fiel allerdings die Treppe runter und blieb zunächst bewusstlos liegen. Sein Bruder Rik findet ihn und auch seine Abschiedsbriefund versuchte ihn von dem Gedanken freizusprechen. Aber Lou ist festentschlossen auch Miel will ihn noch zustimmen allerdings auch ohne Erfolg. Die beiden Brüder beschließen ihren Bruder in ein Auto zu setzten und lassen dieses mit Hilfe eines Rohrs mit Abgasen vollaufen. Der schwerkranke Lou stirbt.