Dienstag, 17. Januar 2012

Der Fahrer des Jahres 2011

Das Jahr 2012 ist jetzt schon wieder gut zwei Wochen alt und in Australien wird mit der Tour Down Under schon wieder das erste große Straßenradsport Highlight des neuen Jahres veranstaltet. Ich möchte nun aber normal auf das Jahr 2011 eingehen, denn ich habe in den letzten Tagen darüber nachgedacht wer den Fahrer des Jahres 2011 war. Die meisten werden hier wohl Philipp Gilbert sagen der eigentlich die gesamte Saison über von Sieg zu Sieg fuhr. Für andere war es Tony Martin der Fabian Cancellara vom Zeitfahrtron stossen konnte. Ich habe mich dann aber für einen Fahrer entschlossen der 2011 ohne einen großen Sieg abgeschlossen hat, sich aber durch sein unglaublich Kämpferherz einen Namen auch außerhalb der Radsportwelt geschaffen hat.
Es geschah auf der neuen Etappe der Tour de France in Richtung Saint-Flour. Ein Auto des franzöischen Fernsehens wollte die Spitzengruppe überholen in der sich unter anderem Thomas Voeckler befand. Dieser sollte später das gelbe Trikot übernehmen und dieses lange auf seinen Schultern tragen und am Ende in Paris den vierten Gesamtplatz belegen. Er lieferte eine sensationelle Leistung bei den Bergetappen ab und kämpfte sich Seite an Seite mit Fahrern wie Evans, Schleck und Contador zusammen bis zu den Gipfeln. Nur ein Fahrer zeigte meiner Meinung nach während der Tour eine noch größere Leistung als der Franzose. Das oben beschriebene Auto, holte bei dem Überholversuch Juan Antonio Flecha vom Rad und diesem konnte wiederum ein gewisser Johnny Hoogerland nicht mehr ausweichen und landete kopfüber in einem Stacheldrahtzaun am Rande der Strecke. Blutüberströmend kämpfte er sich mit großem Rückstand ins Ziel. Hier wollte er eigentlich um den Etappensieg mit seinen ehemaligen Begleitern sprinten, stattdessen rollte er als einer der letzten ins Ziel. Aber er wollte es unbedingt schaffen denn er hatte sich im Laufe der Etappe ins Bergtrikot gefahren und das wollte er sich umbedingt auf dem Podium überstreifen lassen. Als es dann endlich soweit war überkamen den Niederländer die Emotionen und er lies seinen Tränen freien Lauf. Direkt nach der Siegerehrung war das Krankenhaus die nächste Stadion für Hoogerland seine Wunden mussten mit insgesamt 33 Stichen genäht werden. Aber auch das hielt Hoogerland nicht vom weiterfahren ab und er stand bei der nächsten Etappe wieder mit am Start, er hatte ja immerhin das gepunktete Trikot auf seinen Schultern. Dieses sollte er in den Alpen dann abgeben müssen, aber den Respekt hatte er sich bei allen Fans ohnehin schon verdient. Eine der Szenen der letzten Tour war für mich als Hoogerland in Alpe d´Heuz durch die berühmte "Bocht 7", die Kurve der Holländer fuhr. Schon Minuten vor seiner Ankunft hallten laute "Johnny, Johnny" Rufe durch die Zuschauerränge. Und dann kam er.
Ebenfalls wurden auf YouTube zu dieser unzählige Tribute und auch selbstgeschriebene Lieder (Klick & Klick) über Hoogerland hochgeladen. Gers Pardoel, ein berühmter niederländlischer Rapper, schrieb sogar eine eigene Version von "Ik neem je mee" für Hoogerland.
Ein Land war also kollektiv im Hoogerland Fieber und einen Tag nach dem er in Paris die Tour beendete stand er in Boxmeer beim ersten Nach-Tour-Kriterium am Start und war selbst einen Tag später war er in Stiphout der gefragteste Fahrer obwohl mit den Schleck Brüdern zwei Fahrer am Start standen die die Tour auf Platz zwei und drei beendeten hatten und selbst Mark Cavendish, Gewinner des Grünen Trikots, wirkte nur wie ein Statist neben Hoogerland.
Man sieht also das man nicht im Sieger sein muss um ein Held zu sein. Manchmal reicht es einfach nur zu kämpfen und man erhält den nötigen Respekt dafür. Hoogerland hat das 2011 gezeigt und ist deswegen für mich der Fahrer des Jahres 2011.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Rennen die den Jobb bewegten #3

Ende Januar findet in Koksijde die Weltmeisterschaft im Cyclocross statt, viele zehntausend Zuschauer werden in dem sonst so ruhigen Küstenort erwartet. 2007 gastierte die Weltmeisterschaft zuletzt in Belgien, Hooglede Gits war damals der Austragungsort und es sollte eine der dramtischten Weltmeisterschaften der Radsport-Geschichte werden.

Erwin Vervecken holt sich seinen dritten Weltmeistertitel
Rennen: Cyclocross Weltmeisterschaft Hooglede-Gits (BEL) am 28.1.2007

Drei Männer sollten dieser Weltmeisterschaft ihren Stempel aufdrücken. Zum einen der spätere Sieger Erwin Vervecken, der US-Amerikaner Jonathan Page und der Belgier Bart Wellens (Bild).
Das die Stimmung unter den belgischen Hardcore Fans schon mehr als aufgeheißt war erkannte man als die beiden Niederländer Camiel van Bergh und Gerben de Knegt die das Feld durch die erste Runde führten und gnadenlos ausgebuht wurden. Das ersterer im Gegenzug dann seinen Mittelfinger mehrfach in Richtung Publikum zeigte heizte die Stimmung nur noch mehr an. Als dann aber relativ schnell die belgische Nationalmannschaft die Spitze übernahm, waren die Fans erstmal zufrieden gestellt. Eigentlich wie in jedem Jahr hatten die Belgier aus in Hooglede wieder ein Luxusproblem, eigentlich war schon vor dem Startschuss das klar das ein Belgier gewinnen würde die Frage sei nur wer. Top-Favorit war natürlich Sven Nys der den gesamten Saisonverlauf bis zur Weltmeisterschaft nach belieben dominiert hatte. Aber es sollte anders kommen. In der dritten Runde fuhren Nys und Bart Wellens gemeinsam an der Spitze, als plötzlich auf einem asphaltierten Abschnitt beide zu Sturz kamen nachdem ein Kameramotorrad einen Plastikabsperrhut direkt Wellens ins Rad wehte. Dieser verletzte sich bei diesem Unfall so schwer das später im Krankenhaus ein gebrochenes Handgelenk festgestellt wurde, zu Ende war die Weltmeisterschaft für ihn aber noch lange nicht. Er rappelte sich wieder auf und ging in die Verfolgung, er hatte durch den Sturz 50 Sekunden Rückstand. Nach dem Sturz hatte vorne Vervecken die Spitze übernommen und hatte eigentlich schon einen komfortablen Vorsprung als auch er ohne Fremdeinwirkung zu Sturz kam und alles wieder zusammenrollte. Es entwickelte sich ein wahrer Thriller.
Der Rennverlauf wurde weiter von Stürzen geprägt und wieder kamen sich die Belgier selbst in die Quere. Wieder wurde Sven Nys abgeräumt diesmal von Vervecken der in einer Kurve wegrutschte und Nys schlichtweg nicht mehr ausweichen konnte und drüber fiel. Für ihn war das Rennen damit auch gelaufen, es sollte am Ende nur der elfte Platz werden.
An der Rennspitze schlug derweil die Stunde der Outsider und das im Finale einer Weltmeisterschaft, es waren nicht mal mehr 1 1/2 Runden zu fahren als plötzlich Jonathan Page alleine an der Spitze des Rennens war und er packte seine Chance beim Schopfe er realisierte schnell das hier der Titel für ihn drin ist, es sollte zum Amerikaner nur noch einer aufschließen können... Erwin Vervecken der Mann für die großen Rennen oder besser gesagt der Mann für die Weltmeisterschaft. Im Gegensatz zu Sven Nys gewinnt Erwin Vervecken kaum ein Rennen im Laufe der Saison, sobald er aber bei einer WM am Start ist zeigte er sich immer in Top Form, so stand er in Hooglede-Gits auch als Titelverteidiger am Start. 2006 hatte er den Titel in Zeedam gewonnen, seinen zweiten Weltmeistertitel, und auch davor die Jahre stand Vervecken eigentlich regelmäßig auf dem WM.
Page und Vervecken sollten also um das begehrte Regenbogentrikot in der letzten Runde kämpfen und das taten die beiden auf höchstem Niveau und der Amerikaner machte es den Belgier schwer, sehr schwer. Erst als er sich kurz vor dem Ziel an einer kleinen Steigung festfuhr bleib für Page nur Silber. Vervecken holte sich seinen dritten WM Titel.
Der stärkste war er aber an diesem Tag nicht, dieser sollte vierter werden. Bart Wellens! Nach seinem Sturz hatte er sich bis auf 17 Sekunden wieder rangekämpft, eine mehr als unmenschliche Leistung bedenkt man das er nach dem Zieleinlauf seinen kompletten rechten Arm nicht mehr bewegen konnte. Ein sehr gutes Beispiel dafür welchen Stellenwert eine solche Weltmeisterschaft für die Fahrer hat und wenn das ganze noch in Belgien ausgetragen wird ist eigentlich sowie so immer Spektakel garantiert. Ob wir am letzten Januar Wochenende in Koksijde eine ähnliche Action sehen werden wie 2007 in Hooglede bleibt abzuwarten, abschließend kann man jedenfalls sagen das diese WM 2007 für immer einen besonderen Platz in der Radsport-Geschichte haben wird.

Montag, 18. Juli 2011

Rennen die den Jobb bewegten #2

Es ist schon ein wenig her das diese Rubrik hier ihren Anfang machte doch nun schiebe ich endlich mal wieder ein bisschen neues Material nach. Es geht um eine Etappe der Tour de France 2004, genau wie in diesem Jahr trug Thomas Voeckler das Gelbe Trikot auf seinen Schultern. Doch in der folgenden Geschichte spielt er nur eine untergeordnete Rolle.

Jens Voigt holt Jan Ullrich ein und wird von deutschen Fans beschimpft
Rennen: Tour de France – 15. & 16. Etappe (FRA) am 20.7. & 21.7.2004

Es war die 15. Etappe der Tour de France 2004 eine mittelschwere Alpenetappe die eigentlich für Ausreißer wie geschaffen war. In der üblichen Gruppe des Tages befand sich auch der deutsche Dauerausreißer Jens Voigt (Bild). Man ging davon aus das die Favoriten sich an diesem Tag ihre Kräfte ein wenig schonen würden für das Bergzeitfahren nach Alpe d´Heuz welches einen Tag drauf auf demJens Voigt Programm stand. Man rechnete höchstens mit kleineren Sekundenabständen am letzten Berg zum Ziel, der zwar kurz aber doch recht steil war. Aber es kam alles anderes.
60 Kilometer vor dem Ziel attackierte Jan Ullrich am Col de l`Echarsson und fuhr mehr als eine Minute Vorsprung raus obwohl die Teamkollegen von Lance Armstrong hinten komplett Verfolgungsarbeit leisteten. In der Armstrong Gruppe war auch noch Ivan Basso der in dem Jahr der härteste Gegner von Armstrong sein sollte. Er nahm Kontakt zu seinem sportlichen Leiter Bjarne Riis auf und dieser pfiff Jens Voigt aus der Spitzengruppe zurück. Er sollte seinen Kapitän wieder an den einzigen Deutschen Sieger der Frankreich Rundfahrt ranfahren. Tatsächlich war es Voigt der einen Großteil der Nachführarbeit machte und Ullrich 25 Kilometer vor dem Ziel wieder einholte.
Den Etappensieg holte sich am Ende Lance Armstrong der dadurch auch das Gelbe Trikot von Thomas Voeckler übernahm.
Zu dieser Zeit wurde der Radsport auch in Deutschland während der Tour de France noch großgeschrieben und erfreute sich auch zahlreicher Medienpopularität und so kam es auch das die zahlreichen deutschen Fans die am nächsten Tag am Anstieg nach Alpe d´Heuz auf die Fahrer warteten, Voigt die Aktion vom Vortag mehr als übel nahmen. Als der Berliner von der Startrampe rollte und das Bergzeitfahren in Angriff nahm ahnte er wohl noch nicht was ihn erwarten würde. Er wurde während der gesamten Fahrt von deutschen Fans auf übelste beschimpft und beleidigt. Tiernamen wurden ihm gegeben und man bezeichnete ihn als Judas. Immerhin hatte er vor 24 Stunden die größte Deutsche Tour Hoffnung um den Etappensieg sowie wichtigen Sekunden oder Minuten im Kampf um die Gesamtwertung gebracht. Das ganze war wohl eine der schwärzesten Stunden in der Karriere des Jens Voigts. Natürlich fehlten den Radsport Fans das nötige Hintergrundwissen. Voigt hat natürlich das völlig richtige gemacht, er stand im Dienste des CSC Teams und Ullrich war bei T-Mobile unter Vertrag. In der Bundesliga schenkt Schalke Dortmund ja auch nicht mal ebenso den Sieg.
Aber trotzdem interessant, den heute sieben Jahre später wäre eine solche Situation im deutschen Radsport unvorstellbar. Voigt ist mittlerweile das geworden was ein Ullrich noch 2004 war und das Interesse allgemein am Radsport hat durch die ganzen Dopingfälle und den negativen Journalismus heutzutage extrem nachgelassen. Es besuchen zwar immer noch viele Deutsche Fans die Tour de France aber sie verbinden es im Jahr 2011 wohl eher mit Urlaub, zur Ullrichs Zeiten ging es da nur um das Rennen. Eine Situation wie 2004 kann ich mir im Jahr 2011 jedenfalls von Deutschen Fans nicht mehr vorstellen. Dazu braucht man nun schon die Belgier, Spanier oder Italiener.

Freitag, 10. Dezember 2010

Rennen die den Jobb bewegten #1

So ein Wrestling Match machte den Anfang, heute lege ich dann mal das erste Radrennen nach. Viel Spaß beim lesen.

Jan Ullrich´s Solosieg bei Rund um Köln 2003
Rennen: Rund um Köln (GER) am 21.4.2003

Ostermontag, der traditionelle Tag für Radsport in und um Köln. 2003 fand die insgesamt 88. Auflage von "Rund um Köln" statt. Am Start vor BayArena in Leverkusen hatte sich die internationale Radsportelite eingefunden. Mit dabei war auch ein gewisser Jan Ullrich, der nach einem verkorksten Vorjahr mit Fahrerflucht, Drogenmissbrauch und anschließender Sperre nun wieder durchstarten wollte. Für ihn war es ein kompletter Neuanfang so trennte er sich auch von seinem langjährigen Telekom Team und wechselte zum Coast Team welches sein Engagement im Radsport zur neuer Saison stark ausweitete. Für Ullrich war dies nicht der erste Start in Köln, doch bei seinen Auftritten in Vergangenheit erreichte er das Ziel in der Kölner Innenstadt maximal im Hauptfeld. Sollte das anno 2003 anderes sein? Wenn es nach Ullrich ging kaum, so sagte er im Interview mit dem WDR "Gewinnen kann ich nicht". Sein letzter Sieg lag schon lange zurück es war der Sieg bei der WM im Einzelzeitfahren in Lissabon, dieser war im Herbst 2001. Der Rennverlauf in Köln war eigentlich nie vorherzusehen. Das eine Jahr gab es einen Massensprint, dann erreichte eine kleine Ausreißergruppe das Ziel oder auch mal ein Fahrer alleine. Vor allem die kleinen giftigen Anstiege im Bergischen Land sorgten immer für eine Selektion, auf der Fahrt von der letzten Bergwertung in Bensberg bis zum Ziel nach Köln konnte man aber eine Gruppe immer noch einholen. Was sollte uns im Jahr 2003 erwarten? Zunächst setzte sich 12 köpfige Gruppe bei Kilometer 20 ab. 60 Kilometer später wurde diese allerdings wieder vom Feld eingeholt, maßgeblichen Anteil daran hatte Jan Ullrich, kurze Zeit später sprengte der Olympiasieger von Sydney das Hauptfeld und formierte eine Gruppe aus rund 30 Fahrern im Alleingang. Das war eine erste Vorentscheidung im Rennen. Der finale Moment kam dann 53 Kilometer vor dem Ziel. Der ehemalige Toursieger verschärfte erneut das Tempo und lies seine Mitstreiter scheinbar mühelos stehen. Fast schon chaotische Zustände in Köln als er ehemalige Radsportheld zum ersten mal die Deutzer Brücke überquerte, er war so stark das er sogar die Kölner S-Bahn überholte, die parallel zu ihm fuhr. Die drei Zieldurchfahrten am Rheinufer wurden für Ullrich vor zahlreichen Fans zum reinen Triumphzug, er hatte seinen Vorsprung auf über drei Minuten ausgebaut und es schien so als ob er es selbst nicht fassen könnte aber er würde in Kürze als erster über die Ziellinie fahren und das Rennen gewinnen. Er kam allein, fuhr nach rechts klatschte dort die Zuschauer ab, später war auch noch die linke Seite dran. Ein unvergesslicher Tag für den Deutschen Radsport. Ullrich fuhr nach 1997 in der Form seines Lebens und sollte drei Monate später erneut zweiter bei der Tour de France werden. Er hatte nur knapp eine Minute Rückstand auf Seriensieger Armstrong, nie wieder sollte er so nah an den Amerikaner dran kommen. Die Comeback Saison 2003 war wohl sportlich über die ganze Saison gesehen die beste des Jan Ullrich und trotz späterer Quälereien mit dem Coast Team, welches sich in Team Bianchi umbenennen musste, bleibt dieser Ostermontag im Jahr 2003 wohl noch länger in Erinnerung der deutschen Radsportfans.

Donnerstag, 23. September 2010

NDR deckt angeblichen Radsport "Skandal" auf

André Greipel gewinnt in Eschweiler, laut NDR ist dies ein Betrug der Fans!
Danke an den Nord Deutschen Rundfunk, kurz auch NDR genannt, gestern Abend um 21 Uhr lief im Magazin "Menschen und Schlagzeilen" ein Bericht über den Radsport. Diesmal allerdings mal nicht über Doping, was ja sonst das Spezial Thema der öffentlichen rechtlichen ist. Ganz im Gegenteil diesmal ging es um die sogenannte Einladungsrennen, also die Profirennen die auf einer kleinen Rundstrecke ausgefahren werden und die ich in dieser Saison ja auch schon zahlreich besucht habe. Wer nun allerdings denkt das über die Stimmung einen solches Rennens berichtet wurde liegt falsch. Der NDR deckte einen "Skandal" auf, er fand nämlich herraus das diese Rennen manipuliert sind und schon vor dem Start das komplette Ergebnis feststeht. Hier die Pressemiteillung zum Bericht. Auf die Idee gebracht wurden die Journalisten von einem Herrn Manfred Bartsch, dieser besuchte letztes Jahr den "City Giro" in Rellingen und bezeichnete sich selbst als Kenner der Szene, er kenne sogar viele Fahrer persönlich und so habe ihm ein Fahrer, der im übringen sehr früh abgehängt wurde und ausgestiegen ist, das der komplette Rennverlauf abgesprochen und das Ergebnis bereits vor dem Startschuss feststeht. Alles wäre also manipuliert. Ihm wäre ein solcher Betrug noch nie unter gekommen. Betrug nah sicher? Betrachtet man die Ausschreibung des Rennen in Rellingen vom Vorjahr an fällt auf das die C-Amateure tatsächlich mit den Profis zusammen fahren konnten, guckt man allerdings genauer hin steht da als Anmerkung auch "Meldeliste geschlossen!" das heißt jeder C-Fahrer der nachher am Start stand musste vorher beim Veranstalter nachfragen ob er starten darf. Meistens werden dann aus Erfahrung ein paar Fahrer die aus der näheren Umgebung kommen zugelassen und dürfen es erleben zusammen mit Profis ein Rennen zu fahren, wenn sie Rennen gewinnen wollen haben sie bei solchen Kriterien nichts verloren, es gibt ausreichend Rennen die nur für Amateure ausgeschrieben sind. Machen wir uns nichts vor, jeder Fahrer weiß das diese Rennen nicht echt sind. Vor ein paar Wochen unterhielt ich mich in Krefeld mit einem Kommisär, nochmal zu Erinnerung dort war das Rennen offen und es wurde richtig gefahren und promt gab es einen großen Sturz. Der Kommisär sagte jedenfalls das diese Rennen kein Fake sind, sondern ein Theaterspiel für die Zuschauer. Erst zeigt sich Fahrer A ein paar Runden dem Publikum, dann ist Fahrer B dran und am Ende gewinnt Fahrer C. Er wird wie im Theater ein Spannungsbogen aufgebaut in dem die Fahrer quasi als Schauspieler agieren und wie es im Theater so üblich ist steht das Ende schon vor beginn des Schauspieles fest. Und um nochmal auf den Herrn Bartsch zu sprechen zu kommen, wenn er sich schon als Radsportkenner zu erkennen gibt, dann müsste er eigentlich wissen das dem so ist, schleißlich ist es unter Fahrern und "echten" Fans ein offenes Geheimnis. Jeder der einmal genau hinguckt weiß das solche Einladungsrennen nichts mit einem wirklichen Rennen zu tun haben. Der wichtigste Grund ist natürlich die Sicherheit der Fahrer. Die Rundkurse sind meistens mitten in der Stadt und ziemlich gefährlich. Er wäre unveranwortlich ein offenes Rennen auf solchen Kursen aus zu fahren. Natürlich gibt es immer Ausnahmen, das perfekte Beispiel ist wie gesagt die Krefelder Nacht die dieses Jahr ein unschönes Ende fand.
Aber der Beitrag des NDR´s war noch nicht vorbei, es ging noch weiter. Nun kam ein angeblicher Radsport Journalist der auf den Namen Jochen Udovic hört zu Wort. Googelt man diesen Namen aber mal trifft man auf erstaunliches. Zwar könnte es durch aus sein das er vor vielen Jahren mal einen kleinen Bericht über den Radsport geschrieben hat, doch glaubt man diesem Lebenslauf hier was 9-Live und Sonnenklar-TV mit Radsport zu tun haben, dort arbeitet der Herr Udovic nämlich laut des Lebenslaufes seit dem Jahr 2001 also mittlerweile fast zehn Jahre. Dieser behauptete während des Beitrages sogar das ALLE Radrennen in Deutschland verschoben sind und hier wird der Zuschauer dann wieder getäuscht. Jetzt denkt nämlich jemand der den Bericht gesehen hat sich allerdings im Radsport nur wenig bzw. gar nicht aus kennt das sogar die großen Rennen wie Tour, Giro und Vuelta verschoben sind. Wie gesagt ein Radsport Laie wird hier ganz klar vom NDR getäuscht. In der Berichterstattung des öffentlich rechtlichen Fersehns über Doping wurde der Radsport in den letzten Jahren genug in den Dreck gezogen und da es eben zur Zeit nichts über Doping zu berichten gibt versuchen sie sich jetzt wohl einem total überflüssigen Thema. Im Beitrag heißt es die Fans werden getäuscht? 95% der Fans kommen nur wegen den Profis an die Strecke und wollen diese dann auch vorne sehen und wären dann am Ende wohl auch enttäuschend wenn jemand unbekanntes gewinnen würde. Diese Rennen sind ganz eindeutig wie bereits oben beschrieben als Einladungsrennen ausgeschrieben und aus Sicht des Veranstalters auch nur zu verstehen das immer der Topstar gewinnen darf, ein Jens Voigt sieht in der Siegerliste des Rennens doch einfach auch besser aus als ein Amateur den keiner geht. Und so hält man ein solches Radrennen eben auch am Leben. Man schlägt morgens die Zeitung auf und liest: "Vorjahressieger Jens Voigt fährt in Kendenich" oder "Vorjahressieger Karl Müller fährt in Kendenich". Was spricht die Gesellschaft wohl eher an? Richtig die erste Schlagzeile und dann kommt man als Fan an die Strecke und ein Jens Voigt versteckt sich die ganze Zeit im Hauptfeld und wird am Ende 20. man geht enttäussched nach Hause und kommt im nächsten Jahr bestimmt nicht wieder. Es ist quasi ein geben und nehmen sich zwischen Veranstalter und Fahrer. Und im übringen, wie jemand in einem bekannten deutschen Radsportforum feststellte beim Fussball Abschiedsspielen von z.b. Bernd Schneider geht natürlich alles mit rechten Dingen zu. Na klar...
Zum Schluss, der NDR hat ein Kamerateam am Sonntag nach Eschweiler geschickt um dort ein paar Impressionen für den TV Beitrag einzufangen, die Anreise des Kamerateams haben wohl wieder wir mit unseren GEZ Gebühren bezahlt... Hier kann man sich den Beitrag in der Mediathek nochmal angucken. Viel Spaß!